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Antalya und die Türkische Riviera
 
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Von Tarsus nach Antakya

Tartsus liegt östlich von Mersin in einer Ecke der fruchtbaren Cukurova-Ebene. Es ist auch die Geburtsstadt des Heiligen Paul. Das Jahr 2008 ist das Jahr des Heiligen St. Paulus. Tarsus ist viele Male belagert und zerstört worden. Heute sind nur noch wenige Baudenkmäler von besonderem Interesse, darunter das Tor der Kleopatra, durch das sie und Marcus Antonius gingen, als sie sich in Tarsus trafen, eine alte Kirche; die osmanische Ulu-Moschee (1579).

Man fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt, wenn man durch die engen Gassen mit den alten Häusern geht, um den Brunnen des St. Pauli zu finden.

 


Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Justinian-Brücke, neolithische und bronzezeitliche Überreste sowie die Ruine eines hethitischen Tempels auf dem Hügel Gözlükule, das türkische Dampfbad 'Sahmeran' und eine römische Badeanlage. Schattige Bäume und murmelnde Quellen an den Tarsus-Wasserfällen im Außenbezirk der Stadt sorgen für einen idyllischen Nachmittag. Über dem Karaburcak-Park hängt der Duft der Eukalyptusbäume.

Im Herzen der Cukurova (Kilikien) liegt Adana, viertgrößte Stadt der Türkei und Zentrum einer blühenden Landwirtschaft und Textilindustrie. Eine im 4. Jh. stammende römische Steinbrücke 'Tasköprü' unter Kaiser Hadrian erbaut und unter Kaiser Justinian renoviert, wölbt sich über den Seyhan, der die Stadt teilt. Von den ursprünglich 21 Bogen der Brücke sind noch 14 erhalten. Sehenswert sind die Ulu-Moschee aus dem 16. Jh., die Eski Moschee, die Hasan Aga-Moschee, der Uhrturm aus dem 19. Jahrhundert und der alte Bedesten. Die Besichtigung der Museen für Archäologie mit hethitischen und römischen Funden aus lokalen Grabungen, für Ethnologie mit Exponaten aus dem Alltagsleben der Region und des Atatürk- und Kulturmuseums gehört zur Stadttour.

Danach sollten Sie ein 'Adana-Kebap' probieren, ein sensationell gewürztes Hackfleischwürstchen, das Ihre Lebensgeister wieder wecken wird. Zu den lokalen Speziaitäten gehören auch die Getränke 'Salgam' (Wasserrübensaft) und 'Sira', eine Art Traubensaft.

Am Seyhan-Stausee im Norden der Stadt kann man sehr schöne, schattige Spaziergänge machen und in den dortigen Teegärten und Restaurants eine Erfrischung zu sich nehmen. Bei Sonnenuntergang bietet der Anblick der Stadt und des sich friedlich dahinschlängelnden, von der Abendsonne rubinrot gefärbten Seyhan mit seinen aufblitzenden Lichtreflexen ein bezauberndes Bild.

Die nächsten Strande mit Unterkunftsmöglichkeiten sind bei Yumurtalik, wo eine alte Burg den malerischen Fischerhafen von Karatas bewacht. Hier entspannen sich die Fischer abends im Camlik-Park. Im Kreis Karatas befindet sich der Akyatan-See, wo Ornithologen voll auf ihre Kosten kommen. Das Ufergebiet ist auch Brutplatz der Meeresschildkröte Caretta Caretta. Der Agyatan- See ist ebenfalls ein Vogelhabitat.

An der Straße von Adana nach lskenderun in der Nähe von Yakapinar liegt Misis, eine einst blühende Stadt infolge ihrer günstigen Lage an der geschichtsträchtigen Seidenstraße. Heute stehen hier noch einige Ruinen aus römischer Zeit und eine sehr schöne Steinbrücke, die leider bei dem Erd beben 1998 erheblich gelitten hat. Sehenswert ist ein sehr schönes Mosaik aus dem 4. Jh., die Arche Noah mit ihren Tieren darstellend. Weiter am Wege folgen die beeindruckenden Ruinen der Burg Yilanli oder Sahmerankale auf einem felsigen Bergplateau am Ceyhan-Fluß. Im Kreis Ceyhan steht die Kurtkulagi- (oder Sahmeran) Karawanserei an der alten Handelstraße nach Aleppo. Sie wurde restauriert und ist heute ein Ausstellungzentrum für regionales Kunsthandwerk. Südlich von Yilanli Kale befindet sich Sirkeli. Hethitische Reliefs besagen, daß Hethiterkönig Muwattalisch auf seinem Weg nach Ägypten hier eingehalten hat. Nördlich des Ceyhan stößt man auf das alte Anavarza, heute Dilekkaya, mit römischen Ruinen. Das kleine Museum beherbergt zwei äußerst sorgfältig gearbeitete Mosaike aus dem römischen Bad.

Osmaniye ist die jüngste Provinz der Türkei und der Ausgangspunkt zu weiteren antiken Stätten. Am Abhang des Düllük sprudelt eine Thermalquelle, die der Kalif Harun al Raschid eingeweiht hat. Auf der Straße nach Karatepe gelangt man zu dem römischen Castabala mit Säulengängen, Theater, Bädern und einer auf dem Berg gelegenen Burg. In der späthethitischen Stadt Karatepe im Karatepe-Nationalpark befand sich die Sommerresidenz des Hethiterkönigs Asitawada. Hier wurden bedeutende hethitische Hieroglypheninschriften und seltene phönizische Schrifttafeln gefunden. Im Freilichtmuseum stehen wunderschöne, fein gearbeitete Reliefs, die von der Bedeutung und Ästhetik dieser alten Kulturen zeugen. Die Region war zur Zeit der Kreuzzüge heiß umkämpft. Die mächtige Festung Toprakkale konnte über einige Zeit hin weg von den Kreuzrittern gehalten werden. Alexander der Große hat 333 v.Chr. bei lssos, dem heutigen Dörtyol, dem persischen Großkönig Darius eine vernichtende Niederlage beigebracht. Heute ist das Schlachtfeld ein einziger Wald aus Orangen-, Zitronen-, Mandarinen- und Pampelmusenbäumen.

In Yakacik (Payas) am Golf von Iskenderun steht der prachtvolle Bauten-komplex des Sokollu Mehmet Pascha (16. Jh.), bestehend aus einer Moschee, einer Medresse, einem Bad, einem Bedesten und einer Karawanserei; weitere sehenswerte Baudenkmäler sind der Geisterturm (Cin Kulesi) und die Burg. lskenderun hieß ursprünglich Alexandrette und ist von Alexander dem Großen nach seinem Sieg über die Perser gegründet worden. lskenderun ist heute eine blühende Handels- und Hafenstadt. Ausgezeichnete Hotels, Restaurants und Cafes säumen die palmenbestandene Uferpromenade. Ein kulinarischer Leckerbissen Iskenderuns ist die Geißelgarnele. Feinschmecker sollten zudem nicht versäumen, 'Künefe' zu zu probieren, eine warme Nachspeise aus gemahlenem, gesüßtem Weizen, gefüllt mit geschmolzenem Käse, und 'Humus', ein appetitanregendes Gemisch aus pürierten Paprikaschoten, Kichererbsen und Knoblauch. Ein traditionelles regionales Handwerk ist die Holzschnitzerei. In lskenderun kann man sehr schön geschnitzte Stühle, Tische und Truhen erwerben.
Südlich von lskenderun liegt die Ferienstadt Ulucinar (Arsuz) an der Küste mit schönen Stränden, Hotels und Restaurants.
An der Straße nach Antakya liegt der Erholungsort Sogukoluk in den Bergen, ein kühles Refugium in der sommerlichen Gluthitze. Nach Überquerung des Belen-Passes folgt die Burg Bagras, die vielen Herren, darunter Hellenen, Byzantinern, Mamelukken und Kreuzrittern, gedient hat. Im Burgbereich steht eine Kirchenruine.

Antakya, das biblische Antiochien, am Asi (Orontes) dehnt sich in einer fruchtbaren Ebene umgeben von hohen Bergen aus und war einst die für ihren Wohlstand und Luxus berühmte Hauptstadt der Seleukiden. Die Zeit der Gründung ist unbekannt, es wurden aber hethitische Siedlungsspuren gefunden. Die kulturelle und kommerzielle Blüte der Stadt hat auch unter den Römern weiter bestanden. Weltberühmt wurde Antakya in der Frühzeit des Christentums, als die Heiligen Paulus, Petrus und Barnabas sich hier aufhielten. Hier wurden die Anhänger Jesu zum ersten Mal 'Christen' genannt. Das Museum von Antakya kann sich rühmen, im Besitz einer der reichsten Mosaiksammlungen der Welt zu sein (montags geschlossen). Die fantastischen steinernen Gemälde kamen zum größten Teil bei Ausgrabungen in Antiochien und dem in der Nähe liegenden Daphne zum Vorschein. Außerhalb der Stadt liegt die Petrusgrotte, eine Felsenkirche, in der Petrus die erste christliche Gemeinde gegründet hat. Der Platz wurde 1983 vom Vatikan heilig gesprochen. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören der von quirligem Leben erfüllte Bedeckte Basar und die Habib Neccar-Moschee.
Südlich der Petruskirche steht das in der Bibel erwähnte 'Eiserne Tor' . Beim Bummel durch die Gässchen des Altstadtviertels kommt es einem unwillkürlich so vor, als ob St. Petrus, St. Paul und St. Bamabas kürzlich erst hier durchgegangen seien. Die Burg von Antiochien steht hoch über der Stadt und schenkt einem einen prachtvollen Rundblick.
In Harbiye, dem antiken Daphne, südlich von Antakya, hat, wie die mythologische Legende berichtet, Apollo versucht, sich die Waldnymphe Daphne gefügig zu machen. Daphne hingegen zeigte keine Neigung und hat sich, um Apollos Nachstellungen zu entgehen, in einen Lorbeerbaum verwandelt.

Der Ort war in römischer Zeit ein luxuriöser Villenvorort und ist heute mit seinen vielen Lorbeerbäumen und kleinen Gewässern ein erholsamer Ausflugsort.

Im Oktober kann man hier die berühmten Harbiye-Datteln verspeisen und die ebenso berühmte, Lorbeer duftende Seife erwerben.

Samandag, 25 km von Antakya entfernt, gebietet über einen herrlichen Strand. Nördlich des Ortes liegt die 300 v. d.Zw. gegründete Stadt Seleucia Peria, das heutige Cevlik, die erste Station der Missionarsreise der Heiligen Petrus und Barnabas. Die Römer haben hier ein Wunder-Werk der Technik in Form des Titus Tunnels zum Auffangen und Weiter leiten von Regenwasser gebaut, das gemessen am technischen Stand unserer Zeit auch heute noch Erstaunen erregt. Keinesfalls sollte man sich eine Besichtigung des Zeus-Tempels am Alten Hafen von Kapisuyu, von wo man eine wunderbare Aussicht hat, entgehen lassen.

Von Antakya ausführen zwei Routen nach Syrien: die eine in östlicher Richtung über die Grenzstadt Reyhanli nach Aleppo (Halep) und die andere nach Süden über Yayladag nach Lazkiye, Tripoli und Beirut.

 



 

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